Maria 2.0

 

Stellungnahme des KjG Diözesanverbandes Freiburg zu Maria 2.0

In unseren Grundlagen und Zielen stellen wir uns als KjG die Aufgabe, dass wir uns für die Verwirklichung gleicher und gerechter Lebensbedingungen für alle Frauen*Männer einsetzen (vgl. Satzung KjG DV Freiburg, Grundlagen und Ziele).
Deshalb positionieren wir uns bestimmt zu den Forderungen der Aktion Maria 2.0.
 
Im Blick auf das Evangelium fordern wir gerade in unserer Kirche eine Reform der Strukturen, die gleichberechtigte Lebensbedingungen aller Menschen ermöglicht. Jede*r muss endlich uneingeschränkt die Möglichkeit haben, in der Kirche ihre*seine Berufung zu leben, um Jesus so authentisch nachfolgen zu können. Dabei ist es die Überzeugung unseres Glaubens, dass Gott jeden Menschen einzigartig und in Würde erschaffen hat.
Deshalb fordern auch wir als KjG den Zugang von Frauen* zu allen Ämtern der Kirche, die uneingeschränkte Aufklärung aller Fälle von Missbrauch und Verletzung der menschlichen Würde und eine kirchliche Sexualmoral, die sich an der Lebenswirklichkeit der Menschen ausrichtet.
Darüber hinaus wollen wir betonen, dass wir mit unseren Forderungen nicht primär nach Lösungen gegen den Priestermangel unserer Kirche oder für die Neustrukturierungen im Prozess Kirche 2030 suchen. In erster Linie fordern wir die Gleichberechtigung aller Menschen und die Offenheit für menschliche Vielfalt in unserer Kirche. Denn wir sind der festen Überzeugung, nur durch Strukturen die dies ermöglichen, kann das Evangelium authentisch und glaubhaft verkündet werden.
Aus den genannten Gründen freuen wir uns über Bewegungen in unserer Kirche, wie die Aktion Maria 2.0. Dadurch wird deutlich, dass alle Christ*innen durch die Taufe unsere Kirche bilden und die Verantwortung tragen, Kirche zu gestalten.
Als KjG möchten wir deshalb alle Christ*innen zur Mitbestimmung in unserer Kirche auffordern.
 
Die Aktion Maria 2.0 und die damit verbundene Aktivierung von vielen Christ*innen schenkt uns Hoffnung für die Zukunft und gibt uns als Jugendverband neuen Mut an der Gestaltung unserer Kirche mitzuwirken.
Darüber hinaus fordern wir unseren Erzbischof Stephan dazu auf, diese Positionen über unsere Diözesangrenzen hinaus in unserer Kirche (Deutsche Bischofskonferenz, Papst Franziskus) zu kommunizieren und zu verdeutlichen, welche Forderungen (nicht nur) in der Kirche von Freiburg von unzähligen Christ*innen ausgesprochen werden. Als unseren Bischof sehen wir ihn unverkennbar in dieser Verantwortung.
 
Gerne unterstützen wir daher unsere Kolleg*innen der kfd:
 
„Ja zur geschlechtergerechten Kirche!“
Wir wollen eine Kirche, in der Frauen Führungsaufgaben übernehmen können und mit ihren Berufungen ernst genommen werden. Wir wollen eine Kirche, in der Frauen Zugang zu allen Diensten und Ämtern haben und endlich zu 50% an allen Entscheidungen beteiligt sind.
 
Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) engagiert sich schon seit langer Zeit für die Gleichberechtigung der Frauen in der katholischen Kirche. Aktuell sammelt sie deutschlandweit Unterschriften von Frauen und Männern aller Generationen, die sich für eine geschlechtergerechte Kirche einsetzen wollen. Der Protestbewegung Maria 2.0 geht es um die gleichen Forderungen: Frauen zu allen Weiheämtern zuzulassen, den Pflichtzölibat aufzuheben sowie die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche vollständig und transparent aufzuklären.
 
Bis zum 31.12.2019 sammelt die kfd Unterschriften in ganz Deutschland, um diese gebündelt im Frühjahr der Bischofskonferenz mit den Forderungen zu überreichen.
Wir freuen uns, wenn möglichst viele mit ihrer Unterschrift die Forderungen unterstützen!
Die Unterschriftenliste kann hier heruntergeladen werden: